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Die tägliche Morgenroutine der Stoiker/innen.

Die Stoiker/innen, insbesondere Marcus Aurelius, Seneca und Epiktet, legten großen Wert auf eine bewusste Morgenpraxis zur geistigen Vorbereitung auf den Tag. Vier Kernelemente:



1. "Praemeditatio Malorum" (Vorwegnahme von Schwierigkeiten):

Die Stoiker/innen begannen den Tag damit, sich mental auf mögliche Herausforderungen vorzubereiten. Marcus Aurelius schrieb in seinen "Selbstbetrachtungen": "Wenn du am Morgen aufwachst, sage dir: Heute werde ich auf aufdringliche, undankbare, gewalttätige, betrügerische, neidische und unsoziale Menschen treffen." Dies diente nicht dem Pessimismus, sondern der mentalen Vorbereitung, um nicht von schwierigen Situationen überrascht zu werden.


2. Reflexion über die eigenen Prinzipien:

Die Stoiker/innen erinnerten sich morgens an ihre Grundwerte - die vier Kardinaltugenden: Weisheit (sophia), Gerechtigkeit (dikaiosyne), Tapferkeit (andreia) und Mäßigung (sophrosyne). Sie fragten sich: "Wie kann ich heute tugendhaft handeln?"


3. Dichotomie der Kontrolle:

Ein zentraler Gedanke war die Unterscheidung zwischen dem, was in unserer Macht liegt (unsere Urteile, Absichten, Reaktionen) und dem, was außerhalb liegt (äußere Ereignisse, Meinungen anderer). Diese Unterscheidung wurde morgens bewusst gemacht.


4. Meditation und Kontemplation:
Viele Stoiker/innen praktizierten stilles Nachdenken oder das Studium philosophischer Texte am Morgen, um sich geistig zu zentrieren. Diese Morgenpraxis sollte den Stoiker mit Gelassenheit (ataraxia) und innerer Ruhe ausstatten, um den Tag mit Gleichmut zu begegnen.



6 konkrete stoische Morgenrituale, die auf den Praktiken der antiken Stoiker/innen basieren:


1. Früh aufstehen mit Bestimmung:

Die Stoiker/innen betrachteten das Aufstehen selbst als erste Übung in Disziplin. Marcus Aurelius erinnerte sich selbst: "Bei Tagesanbruch, wenn du nur ungern aufstehst, halte dir diesen Gedanken bereit: Ich wache auf, um die Arbeit eines Menschen zu tun."


2. "Praemeditatio Malorum" - Schwierigkeiten vorwegnehmen:

Wie bereits erwähnt, die mentale Vorbereitung auf mögliche Herausforderungen des Tages. Man stellt sich vor: "Was könnte heute schiefgehen?" - um vorbereitet und nicht reaktiv zu sein.


3. Tagebuch schreiben / Selbstreflexion:

Viele Stoiker/innen, besonders Marcus Aurelius, schrieben morgens ihre Gedanken auf. Sie reflektierten über ihre Prinzipien und setzten Intentionen für den Tag.


4. Studium der Philosophie:

Das Lesen stoischer Texte oder das Kontemplieren philosophischer Prinzipien. Seneca empfahl täglich philosophische Lektüre zur geistigen Stärkung.


5. Visualisierung tugendhaften Handelns:

Sich vorstellen, wie man in verschiedenen Situationen nach den vier Kardinaltugenden handeln würde. "Wie würde ein weiser Mensch heute reagieren?"


6. Dankbarkeitsübung (Negative Visualisierung):

Sich bewusst machen, was man hat, indem man sich vorstellt, es zu verlieren. Dies förderte Wertschätzung und reduzierte Anhaftung an äußere Dinge.


Diese Rituale dienten alle dem Ziel, mit innerer Ruhe, Klarheit und tugendhafter Absicht in den Tag zu starten.



 
 
 
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